„media running amok?“

Posted on Jun 4, 2015

Die Freie Universität Berlin und das Dart Center Deutschland/Europe haben erstmals einen Lehrfilm zum Umgang von Medien mit der Darstellung sogenannter hochexpressiver, zielgerichteter Gewalt erstellt. Am Beispiel der Berichterstattung über den Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden, bei dem am 11. März 2009 16 Menschen ums Leben kamen, erläutern Betroffene und Experten, wie sich das Verhalten der Medien und deren Berichterstattung auf die Menschen auswirkt. Der 23-minütige Film „media running amok?“, der im Rahmen des BMBF-Forschungsverbundes TARGET (Tat- und Fallanalysen hochexpressiver, zielgerichteter Gewalt) entstand, wird gezeigt,

auf einer Pressekonferenz

am 16. Juni 2015, (Beginn 9.30 Uhr)

im Seminaris Campushotel (Raum Cambridge)

Takustraße 39, 14195 Berlin

U-Bhf. Dahlem-Dorf (U3) 

Medienvertreter haben im Anschluss die Möglichkeit zu Interviews mit Akteuren des Films:

  • Thomas Görger (Filmemacher)
  • Petra Tabeling (Dart Center for Journalism & Trauma)
  • Gisela Mayer (Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden – Stiftung gegen Gewalt an Schulen)
  • Oliver Schlappat (Deutscher Presserat)
  • Prof. Dr. Frank Urbaniok (Psychologisch-Psychiatrischer Dienst Zürich)
  • Prof. Dr. Herbert Scheithauer (Freie Universität Berlin, Projektleiter BMBF-Verbundprojekt TARGET)
  • Moderation: Christa Beckmann (Leiterin Pressestelle der Freien Universität Berlin)

 

Der Trailer: „media running amok?“

 

In der 23-minütigen Dokumentation „media running amok?“ erläutern Betroffene wie Gisela Mayer vom Aktionsbündnis Winnenden, ehemalige Schüler der Albertville-Realschule, Frank Nipkau vom Waiblinger Zeitungsverlag sowie Experten aus dem TARGET-Verbund und dem zugehörigen Beirat, wie sich das Verhalten der Medien und die Berichterstattung auf Betroffene auswirkt und Gewalttaten durch Täterdarstellungen sogar fördern können. Bislang gibt es in der Aus- und Fortbildung von Journalisten wenig Kenntnis darüber.

Hochexpressive Gewalttaten können sich jederzeit ereignen, wie zuletzt das Flugzeugunglück einer Germanwings-Maschine im März 2015 gezeigt hat. Die Dokumentation zeigt deshalb auch, wie Journalisten über solche Ereignisse qualitativ,, professionell und verantwortungsvoll berichten können, ohne dabei Betroffenen und Angehörigen zu schaden und ethische Grenzen zu überschreiten.

Der Film, der vom Deutschen Presserat und dem Aktionsbündnis Winnenden unterstützt und dessen Produktion vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert (BMBF) wurde, kann ab Mitte Juni 2015 bei der Freien Universität Berlin kostenlos angefordert werden. Er ist für die Aus- Fort-, und Weiterbildung Medienschaffender einsetzbar.

Weitere Informationen: